Ein wichtiger Schritt für Glauchau und die gesamte Region ist gemacht: Mit dem ersten Spatenstich hat der Neubau der Flutrinnenbrücke an der B 175 offiziell begonnen. Beim Termin vor Ort waren unter anderem die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Claudia Elif Stutz, und die sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar.
Der Neubau ist dringend notwendig. Die bestehende, fast 100 Jahre alte Brücke befindet sich in einem zunehmend kritischen Zustand. Bei der letzten Hauptuntersuchung Anfang 2025 wurde sie mit der Zustandsnote 3,9 bewertet. Bei einer Bewertung von 4 droht eine Sperrung. Ein solcher Schritt hätte erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in Glauchau.
Die neue Flutrinnenbrücke ist Teil des umfassenden Ausbaus der B 175 zwischen der A 4 bei Glauchau und der B 93 in Mosel. Für das Gesamtvorhaben stehen rund 24 Millionen Euro zur Verfügung, die der Bund als Straßenbaulastträger übernimmt. Die Bedeutung der Strecke für die Region ist groß: Täglich sind auf der B 175 rund 12.000 Fahrzeuge unterwegs, etwa 17 Prozent davon gehören zum Schwerlastverkehr.
Der Bau der Brücke erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird südlich der bestehenden Brücke ein neuer zweistreifiger Teil errichtet und an die bestehende B 175 sowie die Auestraße angebunden. Anschließend kann der Verkehr auf die neue Trasse verlegt werden. Die alte, fast 100 Jahre alte Brücke wird abgebrochen, bevor schließlich die zweite Hälfte des neuen Bauwerks entsteht.
Die neue Brücke wird mit rund 160 Metern deutlich länger als das bisherige, etwa 120 Meter lange Bauwerk. Die veränderte Linienführung macht diese größere Spannweite erforderlich. Zudem wird die Zahl der Pfeilerreihen in der Flutrinne von sechs auf vier reduziert.
Während der Bauzeit soll der Verkehr grundsätzlich aufrechterhalten werden. Für einzelne Bauabschnitte sind jedoch Vollsperrungen notwendig. Über entsprechende Sperrungen und Umleitungen soll rechtzeitig informiert werden.
Eine Besonderheit des Projekts: Obwohl die neue Brücke von Beginn an für vier Fahrstreifen ausgelegt wird, kann sie zunächst nur zweistreifig befahren werden. Die vollständige Nutzung mit vier Fahrstreifen setzt voraus, dass auch die angrenzenden Abschnitte der B 175 entsprechend ausgebaut sind. Nach aktueller Planung sollen die weiteren Bauabschnitte schrittweise bis 2036 umgesetzt werden.
Der Ersatzneubau der Flutrinnenbrücke ist das erste Hauptbaulos im Rahmen des Gesamtvorhabens „B 175 Ausbau westlich Glauchau“. Bereits im Vorfeld wurden vorbereitende Arbeiten durchgeführt.
Der Neubau der Flutrinnenbrücke ist damit ein zentraler Baustein für die Zukunft der B 175. Für Pendler, Unternehmen und den Wirtschaftsverkehr ist eine leistungsfähige und sichere Verbindung von großer Bedeutung. Zugleich schafft der Ausbau bessere Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Westsachsen.
Dass der Bund die notwendigen Mittel bereitstellt und der Baubeginn nun erfolgt ist, ist deshalb ein wichtiges Signal für Glauchau und die gesamte Region. Nach langen Planungen geht damit ein Projekt in die Umsetzung, das für die Verkehrssicherheit und die langfristige Leistungsfähigkeit der B 175 von großer Bedeutung ist.