Halbleiter als Schlüssel für die Zukunftsentwicklung Sachsens
LANDKREIS ZWICKAU
Eine sächsische Delegation aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ist gestern in Taiwan angekommen. Zum Auftakt des Aufenthalts fand ein ausführliches Briefing zu den aktuellen wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen des Landes statt.
Die Wirtschaft Taiwans entwickelt sich äußerst dynamisch. Mit einem Wirtschaftswachstum von über sieben Prozent bei gleichzeitig niedriger Inflation zählt das Land zu den wichtigsten Wachstumstreibern in Südostasien.
Zentraler Motor dieser Entwicklung ist die Chip- und Halbleiterindustrie. Über 90 Prozent der weltweit produzierten hochentwickelten Halbleiter, die insbesondere für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz benötigt werden, stammen derzeit aus Taiwan. Damit kommt dem Land eine Schlüsselrolle für globale Lieferketten, technologische Souveränität und zentrale Zukunftsindustrien zu.
Sachsen ist in Taiwan inzwischen ein fester Begriff. Die Investition des Halbleiterkonzerns TSMC in Dresden – die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Freistaates – wird auch hier als strategisch bedeutsam wahrgenommen. Sie stärkt den Wirtschaftsstandort Sachsen und vertieft zugleich die sächsisch-taiwanesischen Beziehungen auf politischer, industrieller und wissenschaftlicher Ebene.
Ein besonderes Augenmerk der Delegationsreise liegt auf den Chancen für den sächsischen Mittelstand. Ziel ist es, gemeinsam mit taiwanesischen Partnern Möglichkeiten für den Aufbau und die Einbindung einer leistungsfähigen Zulieferindustrie für TSMC auszuloten. Gerade mittelständische Unternehmen verfügen über hohe Kompetenzen in spezialisierten Technologien, im Anlagenbau und bei industrienahen Dienstleistungen und können eine zentrale Rolle in der entstehenden Halbleiter-Wertschöpfungskette einnehmen.
Parallel dazu richtet sich auch die sächsische Hochschullandschaft konsequent auf das Zukunftsfeld Halbleiter aus. Die Westsächsische Hochschule Zwickau wird ab dem Sommer über einen eigenen Reinraum verfügen. Gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz werden Forschung und Lehre gezielt auf Halbleitertechnologien ausgerichtet. Diese Investitionen stärken die Fachkräftebasis, fördern anwendungsnahe Forschung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel in Sachsen.
Der Delegationsleiter, der Zwickauer Bundestagsabgeordnete Carsten Körber, bewertet den Start der Reise äußerst positiv:
„Ich halte den Auftakt der Gespräche in Taiwan für sehr vielversprechend und freue mich sehr auf den Austausch in den nächsten Tagen mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und dem Hochschulbereich in Taiwan.“
Carsten Michaelis, Landrat des Landkreises Zwickau, ergänzt: „Für den Landkreis Zwickau ist die Halbleiterindustrie ein zentrales Zukunftsfeld im Strukturwandel. Die Gespräche in Taiwan zeigen, welches Potenzial für unsere Region im Aufbau neuer Wertschöpfungsketten liegt – insbesondere für den sächsischen Mittelstand. Entscheidend ist jetzt, die internationalen Kontakte in konkrete Kooperationen, Investitionen und Qualifizierungsangebote zu überführen und damit nachhaltige Perspektiven für Beschäftigung und Innovation in unserer Region zu schaffen.“
Vor diesem Hintergrund stellt die Delegation fest, dass sich auf wissenschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene Türen für hochrangige Gespräche weit öffnen. Bis Freitag stehen zahlreiche weitere wichtige Gespräche auf dem Programm. Der intensive Austausch unterstreicht die strategische Bedeutung Taiwans für Sachsen und die wachsende internationale Sichtbarkeit des Freistaates als Halbleiter- und Wissenschaftsstandort.