Denkmalschutz-Sonderprogramm XIV - Bund fördert Wirkerei Mülsen, Hermann-Wünsche-Fabrik, Holztribüne im Bruno-Plache-Stadion Leipzig und vier weitere Projekte im Freistaat
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung das Denkmalschutz-Sonderprogramm XIV für das Jahr 2025 beschlossen und damit ein weiteres kraftvolles Zeichen für den Erhalt des kulturellen Erbes in Deutschland und Sachsen gesetzt. Bundesweit stehen 35 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung, die durch eine Kofinanzierung der Länder in gleicher Höhe sowie zusätzliche Dritt- und Eigenmittel von Kommunen und Projektträgern ergänzt werden. Insgesamt wurden 520 Antrage über ein Volumen von 243 Millionen eingereicht. Davon wurden jetzt 144 Anträge bewilligt.
Wie der Zwickauer Bundestagsabgeordnete und Haushaltspolitiker Carsten Körber bekannt gibt, profitieren in Sachsen die folgenden Vorhaben von der XIV. Auflage des Denkmalschutz-Sonderprogramms:
Die Wirkerei in Mülsen als früheres KZ-Außenlager und künftiger Gedenkort, die industriegeschichtlich bedeutsame Hermann-Wünsche-Fabrik in Ebersbach-Neugersdorf sowie die historische Holztribüne im Bruno-Plache-Stadion in Leipzig. Allein für diese Projekte werden erhebliche Bundesmittel bereitgestellt, die zusammen mit den Mitteln des Freistaates Sachsen und der Träger vor Ort Investitionen von rund 2,2 Millionen Euro auslösen.
„Das kulturelle Erbe unseres Landes ist einzigartig. Mit dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XIV setzen wir unseren Kurs konsequent fort“, erklärt Carsten Körber. „Wir bewahren Orte der Erinnerung an die NS-Verbrechen wie die Wirkerei in Mülsen, sichern prägende Industriedenkmäler wie die Hermann-Wünsche-Fabrik und stärken Kirchen und Stadträume, die Identität und Zusammenhalt stiften. Gleichzeitig profitieren das heimische Handwerk und viele kleine und mittelständische Betriebe von diesen Investitionen.“ Die Sanierungen können mit der Übergabe der Zuwendungsbescheide zeitnah starten.
In Mülsen werden dringend notwendige Restaurierungsarbeiten an der ehemaligen Textilfabrik „Richard Poenisch Nachf.“ ermöglicht, in der sich ein Außenlager des KZ Flossenbürg befand, in dem während des 2. Weltkriegs vor allem sowjetische Kriegsgefangene Zwangsarbeit leisten mussten. Über das Denkmalschutz-Sonderprogramm werden hierfür Bundesmittel in Höhe von rund 252.000 Euro bereitgestellt. Die denkmalpflegerischen Gesamtausgaben liegen bei 600.000 Euro.
In Ebersbach-Neugersdorf hilft das Programm, die einst größte Textilfabrik Sachsens mit ihrer überregional bedeutsamen Industriegeschichte zu sichern. An den Kosten von 600.000 Euro beteiligt sich nun der Bund mit 300.000 Euro.
Die 1932 errichtete, bis heute genutzte Holztribüne im Bruno-Plache-Stadion ist weitgehend im Originalzustand erhalten und gilt als bedeutendes architektonisches Beispiel einer großen Stadiontribüne jener Zeit. Für ihre Sanierung stellt der Bund über das DS XIV rund 174.000 Euro zur Verfügung. Die Gesamtausgaben belaufen sich auf rund 348.000 Euro.
Daneben werden weitere Maßnahmen in Sachsen unterstützt, etwa die Dach- und Fassadensanierung von Schloss Albrechtsberg in Dresden (BKM-Anteil rund 248.000 Euro), die Sanierung der „Alten Übernachtung“ in Chemnitz-Hilbersdorf (BKM-Anteil rund 360.000 Euro), das Schwesternhaus in Bautzen (BKM-Anteil rund 111.000 Euro) sowie der Kohlrabizirkus in Leipzig (BKM-Anteil rund 481.000 Euro). Ob Schloss, Industriebau, Gedenkort oder Stadion – überall wird sichtbar, dass wir Kultur und Denkmalschutz nicht als Luxus, sondern als Kern einer verantwortlichen Politik für unser Land verstehen“, betont Körber. Insgesamt erhält der Freistaat damit Fördermittel des Bundes in einer Gesamthöhe von fast 1,93 Millionen Euro bei Gesamtprojektkosten von beinahe 4,12 Millionen Euro.
Das Denkmalschutz-Sonderprogramm ist das zentrale Instrument der CDU-geführten Bundesregierung, um Denkmale zu sichern, historische Bausubstanz zu bewahren und sie für kommende Generationen erlebbar zu machen. Laut Körber zeigt sich damit, „dass wir Wort halten – auch in finanziell angespannten Zeiten. Wer unsere Demokratie, unsere Kultur und unseren sozialen Zusammenhalt stärken will, braucht eine solide, verlässliche Haushaltspolitik. Dafür steht die Union. Mit jedem Euro, den wir in unsere Baukultur, Gedenkorte und Kirchen investieren, stärken wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die regionale Identität und zugleich das heimische Handwerk.“