Chancen für neue Halbleiterkooperationen und Investitionen
Zwickau/Dresden/Taipeh. In der vergangenen Woche hat eine hochrangig besetzte Delegation aus Sachsen Taiwan besucht, um die politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen zu vertiefen. Geleitet wurde die Delegation von Carsten Körber, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Zwickau. Stellvertretender Delegationsleiter war der Görlitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest. Der Delegation gehörten weitere sächsische Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an.
Im Einzelnen nahmen teil:
* Carsten Körber, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Zwickau, Leiter der Delegation
* Florian Oest, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Görlitz, stellvertretender Delegationsleiter
* Jens Hertwig, Präsident der IHK-Regionalkammer Zwickau und Vizepräsident der IHK Chemnitz
* Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden
* Andreas Fohrmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Zwickau
* Dr. Frank Löschmann, ehemaliger Sprecher des Vorstandes der Volkswagen Sachsen GmbH, Gründer und CEO der SisTeam Unternehmensgruppe
* Carsten Michaelis, Landrat des Landkreises Zwickau
* Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch, Rektor der Hochschule Zittau / Görlitz, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Sächsischen Landesrektorenkonferenz. Landessprecher der Sächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften
* Prof. Dr.-Ing. Jan Schubert, Prorektor Forschung der Westsächsischen Hochschule Zwickau
Die Delegation aus Sachsen führte Gespräche mit hochrangigen politischen Vertretern, darunter dem stellvertretenden Außenminister Taiwans sowie den Bürgermeistern der Städte Taichung und Kaohsiung. Beide Metropolen zählen mit jeweils knapp drei Millionen Einwohnern – nach Taipeh – zu den größten Städten des Landes. Ein zentraler Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Halbleiterindustrie. Taiwan ist in diesem Bereich weltweit führend; über 90 Prozent der KI-fähigen Hochleistungschips stammen aus taiwanesischer Produktion. Als wesentlicher Erfolgsfaktor gilt das Konzept der Science Parks, in denen Forschung, Produktion und Zulieferer eng verzahnt sind. Weil in Taiwan zentrale Ressourcen wie verfügbare Flächen, qualifizierte Fachkräfte sowie Wasser- und Stromkapazitäten begrenzt sind, hat das Land ein großes Interesse daran, Produktionsschritte, Zulieferketten und Entwicklungskooperationen international auszubauen.
Neben den politischen Gesprächen fanden erste vielversprechende Treffen mit Unternehmern, Wirtschaftsverbänden und Hochschulen statt. Auf beiden Seiten wurde ein starkes Interesse an einer vertieften Zusammenarbeit signalisiert. Sachsen genießt in Taiwan bereits eine hohe Bekanntheit, insbesondere durch die Ansiedlungsentscheidung von TSMC in Dresden, dem ersten europäischen Werk (ESMC) des taiwanesischen Chipherstellers. Daraus ergeben sich besondere Chancen für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Sachsen.
Die Delegationsreise steht im Zusammenhang mit weiteren Austauschformaten. So wird das Gewandhausorchester Leipzig im Mai in Taiwan gastieren. Zudem werden taiwanische Delegationen zum Silicon Saxony Day in Dresden vom 15.-17. Juni 2026 sowie zur Messe Intec vom 2. – 5. März 2027 in Leipzig erwartet.
Delegationsleiter Carsten Körber zog ein positives Fazit: „Die Reise war ein erster, sehr vielversprechender Schritt zur weiteren Vertiefung der Beziehungen zwischen Sachsen und Taiwan. Entscheidend ist nun, diese Kontakte konsequent nachzuhalten, damit in den kommenden Jahren konkrete Investitionen, Kooperationen und tragfähige Partnerschaften entstehen.“
Florian Oest, Mitglied im Forschungsausschuss des Deutschen Bundestages und zuständig für das Thema Mikroelektronik innerhalb der CDU/CSU-Fraktion ergänzt: "Die Halbleiterindustrie ist eine große Chance für neue Wirtschaftskraft in Sachsen. Wir überlassen dabei nichts dem Zufall. Wir vernetzen Wirtschaft und Forschung, gewinnen internationale Partner und bauen Schritt für Schritt ein starkes Ökosystem auf. Unser Anspruch ist klar: Wir machen Sachsen mindestens so attraktiv für TSMC und die gesamte Halbleiterbranche wie Standorte in Taiwan oder den USA."
Jens Hertwig, Präsident der IHK-Regionalkammer Zwickau und Vizepräsident der IHK Chemnitz: "Die Auswahl Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft hat sowohl die Kompetenz als auch die Ernsthaftigkeit unseres Anliegens nach Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen allen Seiten in Taiwan überaus deutlich gemacht. Mein Fazit der Reise lautet, die taiwanesische Seite möchte viel mehr und intensiver wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch mit Sachsen. Wir sollten jetzt und in naher Zukunft, sich alle bietenden Möglichkeiten in den Regionen unseres Bundeslandes auch gemeinsam nutzen!"
Prof. Alexander Kratzsch, Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz: „Internationale Partnerschaften entstehen nicht allein auf dem Papier. Die Gespräche in Taiwan haben gezeigt, wie wichtig der direkte Dialog für das gegenseitige Verständnis und für die Entwicklung tragfähiger Kooperationen in Forschung und Lehre ist. Nur durch eine internationale Zusammenarbeit werden wir das Silicon Saxony und unsere sächsische Hochschullandschaft erfolgreich weiterentwickeln.“